Beratungshonorare können als Werbungskosten steuerlich absetzbar sein. Dazu muss die Beratung in Zusammenhang mit steuerpflichtigen Einnahmen stehen. Diese Einnahmen können auch in der Zukunft liegen. Die Beratung zu pauschal versteuerten Einkünfte aus Kapitalvermögen oder steuerfreie Lebensversicherungen ist leider nicht absetzbar.

Honorarberatung bzw. Versicherungsberatung, Rentenberatung, Finanzierungsberatung oder Anlageberatung kann steuerlich absetzbar sein. Dies geht aus dem BMF-Schreiben vom 16.10.1997 als Verwaltungsanweisungen betreffend der Einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Beratungs-, Prozess- und ähnlichen Kosten im Zusammenhang mit Rentenansprüchen hervor, dessen Aktualität zuletzt wieder im BMF-Schreiben vom 9. April 2013 bestätigt wurde.

Demnach sind Aufwendungen dann als Werbungskosten absetzbar, wenn Sie wirtschaftlich mit der Erzielung von Einkünften in Zusammenhang stehen. Dabei dürfen die Aufwendungen nicht der Kapitalbildung dienen. Regelmäßig ist die Beratung also nicht absetzbar, wenn sie sich auf eine Lebensversicherung mit Kapitalwahlrecht oder mit Kündigungsrecht bezieht.

Einzelne Beratungsleistungen sind demnach als absetzbar oder nicht absetzbar unterschiedlich einzuordnen. Für die unterschiedlichen Tätigkeiten haben wir daher gesonderte Artikel verfasst.

 

Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Beratungs-, Prozeß- und ähnlichen Kosten im Zusammenhang mit Rentenansprüchen

BMF-Schreiben vom 16. Oktober 1997 — lV B 5 — S 2255 — 286/97 ll —

Es ist gefragt worden, ob Rechtsberatungs- und Prozeßkosten, an Versicherungsberater gezahlte Honorare und ähnliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen sowie aus der betrieblichen Altersversorgung stehen, als Werbungskosten abzuziehen sind. Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird dazu wie folgt Stellung genommen:

Ein Abzug von Aufwendungen als Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 EStG setzt stets voraus, daß die Aufwendungen wirtschaftlich mit der Erzielung von Einkünften in Zusammenhang stehen; es muß ausgeschlossen sein, daß sie der Vermögensbildung dienen.

Unter dieser Voraussetzung sind die bezeichneten Aufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen, gleichgültig, ob sie während des Bezugs der Rentenleistungen oder schon vorher erwachsen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, zu der die Einkünfte aus den betreffenden Leistungen gehören, und zwar Aufwendungen im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung auch dann, wenn sie während einer rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit erwachsen.

Die Voraussetzung eines wirtschaftlichen Zusammenhangs mit der Erzielung von Einkünften ist bei Aufwendungen im Zusammenhang, mit Ansprüchen aus einer privaten Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht oder Kündigungsrecht — deren Ausübung der späteren Erzielung von Einkünften entgegenstehen würde — nicht gegeben. Bei privaten Rentenversicherungen, die ausschließlich ein Risiko absichern, wie auch Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, ist stets vom Vorliegen dieser Voraussetzung auszugehen, weil eine Vermögensbildung ausgeschlossen ist.

Der Abzug ist ggf. in voller Höhe möglich. Dies gilt auch, wenn die Rentenleistungen nur teilweise zur Einkommensteuer herangezogen werden (BFH-Urteile vom 23. Januar 1991, BStBI 1991 ll S. 898,899, und vom — 21 .- Juli 1981, BS’IBI 1982 ll S. 41, 43). Stehen die Aufwendungen jedoch außer mit Rentenansprüchen auch mit anderen Ansprüchen (z. B. auf Leistungen aus einer Krankenversicherung) im Zusammenhang, so dienen sie insoweit nicht der Erzielung von Einkünften, sondern der Lebensführung (§ 12 Nr. 1 EStG). In solchen Fällen können die Aufwendungen nur anteilig als Werbungskosten abgezogen werden.

(Quelle: Bundessteuerblatt 1997, Teil I, Seite 126)

1 Antwort
  1. Finanzberater
    Finanzberater says:

    Ein sehr interessanter Artikel für alle Personen die einen Finanzberater für die eigenen Finanzen zur Beratung heranziehen. Dass der Finanzberater in einigen Fällen steuerlich absetzbar ist, macht natürlich auch den Einsatz der Fachkraft viel wirtschaftlicher.
     

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